15.11.2023

Wie wird Brettsperrholz hergestellt? Ein Blick hinter die Kulissen des CLT-Herstellungsprozesses

Brettsperrholz, auch als CLT (Cross Laminated Timber) bekannt, hat in den letzten Jahren als nachhaltiges Baumaterial immer mehr an Bedeutung gewonnen. Wenn du dich mit der CLT-Bauweise bereits etwas auseinander gesetzt hast, kam bei dir sicherlich schon die Frage auf, wie die CLT-Bauteile eigentlich hergestellt werden. Genau dieser Fragestellung wollen wir uns in diesem Artikel stellen indem wir einen detaillierten Blick hinter die Kulissen werfen, um zu erfahren, wie das faszinierende Material Brettsperrholz hergestellt wird.

Wie wird Brettsperrholz hergestellt? Ein Blick hinter die Kulissen des CLT-Herstellungsprozesses

Die Faszination von Brettsperrholz (CLT)

Brettsperrholz zeichnet sich durch seine beeindruckenden Eigenschaften aus. Es ist nicht nur robust und vielseitig einsetzbar, sondern auch äußerst nachhaltig. Es handelt sich hierbei um Holzbauteile, die im Gegensatz zur Holzrahmenbauweise nicht aus einem gedämmten Holzständerwerk bestehen, sondern aus massivem Holz. Sie können daher der Massivbauweise zugeordnet werden. Immer mehr Architekten und Bauherren entscheiden sich für CLT als Baumaterial ihrer Wahl, da es diverse Vorteile mit sich bringt. Doch wie genau wird dieses innovative Holzprodukt hergestellt?

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Rohstoffbeschaffung

Ein wichtiger Schritt vor dem Herstellungsprozess von CLT ist die sorgfältige Auswahl des Holzes. Nur bestimmte Holzarten eignen sich für die Produktion von Brettsperrholz. In den meisten Fällen wird für die Herstellung von CLT die Holzart Fichte verwendet. Jedoch können auch andere Holzarten wie Douglasie, Kiefer, Lärche, Zirbe und gelegentlich Laubhölzer für die Produktion von Brettsperrholz eingesetzt werden. Unabhängig von der Holzart, die für die Herstellung von Brettsperrholz gewählt wird, stammt das Holz ausschließlich aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in der näheren Umgebung der Produktionsstätte.

Herstellungsprozess

Durch kontinuierliche Innovation und Investitionen in hochmoderne Technologien wird im vollautomatisierten Herstellungsprozess sichergestellt, dass jeder Schritt in der Produktion von Brettsperrholz eine optimale Nutzung der Holzressource gewährleistet. In der heutigen Zeit gewinnt ein nachhaltiger und ökologischer Umgang mit Rohstoffen zunehmend an Bedeutung. Daher streben Hersteller von CLT eine vollständige Verwertung des Rohmaterials an.

1. Zuschnitt und Trocknung der Holzlamellen

Im ersten Schritt erfolgt die elektronische Erfassung und vollautomatische Vermessung der Rundhölzer bzw. Stämme im Sägewerk mittels eines 3-D-Scanners. Dies gewährleistet eine optimale Aufteilung in einzelne Holzlamellen. Anschließend werden die Stämme in individuelle Holzlamellen mit der erforderlichen Stärke und Länge präzise zugeschnitten.

Nach dem Zuschnitt werden die Holzlamellen für das Brettsperrholz in der Trockenkammer zur Trocknung zwischengelagert.

2. Qualitätskontrolle

Anschließend durchläuft jede Holzlamelle mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit von bis zu 450 m/min einen Multisensor-Qualitätsscanner. Dabei werden Holzeigenschaften und Qualitätsabweichungen, wie Faserabweichungen, Bläue und Roststreifen, erfasst. Entdeckte Fehler werden präzise ausgeschnitten und können noch in den mittleren Lagen des Brettsperrholzes wiederverwendet werden. Dieser Schritt ist von hoher Bedeutung um ein makelloses Endprodukt aus CLT zu gewährleisten.

3. Keilzinkung und Verleimung

Nach der Qualitätskontrolle erfolgt die Weiterleitung der einzelnen Holzlamellen mittels eines Förderbands zur nächsten Station im Produktionsprozess. Dort werden die Lamellen beidseitig am Lamellenende durch Fräsungen keilverzinkt und beleimt, um sie im Anschluss in einem Pressvorgang nahtlos miteinander zu verbinden. Durch diesen Schritt können die Lamellen theoretisch zu einem endlosen Strang verbunden werden. Anschließend werden die Lamellenstränge über ein weiteres Förderband direkt zur Lagenbildung transportiert.

4. Lagenbildung und Pressvorgang

In diesem Schritt entstehen zunächst Lamellenlagen aus den einzelnen Holzlamellen. Mithilfe eines Vakuumportals werden die Längs- und Querlagen präzise auf die Belleimungsebene positioniert. Dort werden sie nacheinander mit Leim versehen und kreuzweise auf die nächste Lamellenlage aufgebracht. Anschließend erfolgt die Überführung des CLT-Elements in die Brettsperrholzpresse, wo es unter einem Druck von 0,6 bis 2,4 N/mm² zu einem stabilen CLT-Element gepresst wird. Nun kann man bereits ein fertiges Bauelement aus Brettsperrholz erkennen. Jedoch fehlt noch ein letzter Arbeitsschritt.

5. Abbund

Abschließend erfolgt die Bearbeitung und Formatierung des Brettsperrholzelements mithilfe einer Abbundanlage. Diese Anlage ermöglicht die präzise Herstellung kundenspezifischer Nuten, Falze oder Öffnungen für beispielsweise Tür- und Fensterausschnitte sowie Steckdosen. Durch diese Maßnahmen wird die Arbeit für die nachfolgenden Gewerke, wie Elektroinstallationen oder Gas- und Wasserinstallationen, erleichtert und die Bauzeit verkürzt. Das CLT-Bauteil aus ist somit fertiggestellt und kann transportfähig verpackt sowie auf LKWs verladen werden. Vor Ort kann das CLT-Haus dann errichtet werden.

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Fazit

Zusammenfassend gewährt uns der Blick hinter die Kulissen der CLT-Herstellung Einblicke in einen hochkomplexen Prozess. Die Auswahl hochwertiger Hölzer, präzise Herstellungstechniken und gründliche Qualitätskontrollen sind entscheidend für die Entstehung dieses beeindruckenden Baumaterials. Mit Blick in die Zukunft verspricht CLT nicht nur innovative Bauwerke, sondern auch nachhaltiges Bauen im Einklang mit der Natur. Sogar Reste aus dem Produktionsprozess werden nicht einfach entsorgt, sondern beispielsweise zu Pellets weiterverarbeitet. Somit ist bei der Herstellung von Brettsperrholz eine vollständige Nutzung des Rohstoffs gewährleistet.

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